Ripshorster Brücke I

Ripshorster Brücke – Eine Politposse
Die Ursache:
Am 1. April 2004 informierte die Stadt Essen die Nachbarstadt Oberhausen das zum Monatsende die Ripshorster-Brücke wegen Baufälligkeit gesperrt wird (das war kein Aprilscherz). Eine Verkehrverbindung über die täglich mehr als 6000 Fahrzeuge fahren. Dadurch wurden die Stadtteile Essen-Dellwig und Oberhausen-Borbeck getrennt, es existierte nur noch die Verbindung über den Bahnübergang an der Glückauf-Schranke (wenn du Glück hast ist die Schranke auf). Ärzte, Feuerwehr, Krankenwagen und Bürger mussten Umwege fahren.
Die alte Brücke war auch ein kommunales Unikum, Die Stahlgerüst-Brücke, Ende des vorvergangenen Jahrhunderts gebaut, gehört seit 1994 der LEG (Landesentwicklungsgesellschaft), die sie von Thyssen kaufte. Sie steht auf dem Gelände des KVR (Kommunalverband-Ruhrgebiet). Unter ihr verläuft eine Bahnstrecke. Die Bahn ist für die Schienen zuständig, die Stadt Essen für die Unterhaltung der Straße, die Stadt Oberhausen für den Winterdienst und die dortigen Stadtwerke führen auf dem namenlosen Verbindungsstück zwei Buslinien. Alles verstanden? Dass sie saniert werden muss, wussten alle Beteiligten schon lange. Im Essener Stadtrat hatte diese Verkehrverbindung keine Priorität denn leider hatte die Brücke eine fatale Funktion, Dellwiger Bürger konnten über die Brücke Ruck-Zuck zum Centro-Oberhausen fahren anstatt zur Essener Innenstadt. Wer die Verkehrverbindungen kennt weiß warum die Dellwiger bei den Gedanken nach Essen-Zentrum zu fahren ihr Steuer sofort um 180 Grad umwarfen. Dies schlägt in dieselbe Kerbe warum die Essener Straßenbahn ca. 1200m vor dem Centro endet. Verhandlungen über eine Verlängerung der Trasse verlaufen seit Jahren im Sande. Ein Schelm wer Böses dabei denkt oder Absurdistan lässt grüßen.

Der Lichtblick:
Der 27. März 2006, ein historischer Augenblick, die Stadt Essen stimmt einer Gebietsänderung zu. Erstmalig in NRW haben sich zwei Städte vor dem Hintergrund eines dringlichen Sanierungsbedarfs auf eine Veränderung ihrer Stadtgebiete verständigt, die durch eine anschließende Verfügung der Bezirksregierung Düsseldorf rechtskräftig wird. 6000qm Land werden von Essen an Oberhausen übertragen. Dadurch kann Oberhausen nun eine neue Brücke bauen.

Das Happy End:
Nach einer Bauzeit von rund 18 Monaten feierten Essener und Oberhausener Bürger am 29. April 2009 die Einweihung der Neuen Ripshorster Brücke.

Ach ja, es dürfen auch Essener über diese Brücke fahren.
Ripshorster Brücke

Ripshorster Brücke II
Ripshorster Brücke II


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